Wort der Pfarrerin

Gott zu Besuch

Liebe Gemeinde,

in der Weihnachts- und Neujahrszeit machen wir gerne Besuche. In der Bibel werden uns viele Geschichten erzählt, wo jemand besucht wird. Meistens sind aus den gewöhnlichen Besuchen außergewöhnliche Begegnungen geworden: Zwischenmenschliche Begegnungen, wo auch die Begegnung mit Gott oder dem Göttlichen mitschwingt.

Aus den biblischen Weihnachtserzählungen sind uns solche Begegnungen vertraut: Der Engel, der zu Maria und Josef kommt und ihnen die Geburt Jesu ankündigt. Von dem Engel erfährt Maria auch, dass ihre Verwandte Elisabeth genauso wie sie ein Kind erwartet, es wird Johannes der Täufer sein, der Vorläufer Jesu.

Bald darauf geht Maria Elisabeth besuchen. „Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias“ – Das bekannte Adventlied: „Maria durch ein Dornwald ging, Kyrie eleis“ ist daraus entstanden.

Anlässlich der Geburt Johannes des Täufers wird uns der Lobgesang des Zacharias überliefert. Als „Prophet des Höchsten“ soll Johannes später dem Herrn den Weg bereiten. Ein Danklied, wo die Erfüllung der prophetischen Verheißungen in Jesus Christus bereits anklingt.

Vom Heiligen Geist erfüllt singt Zacharias: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

Im Kind in der Krippe, in Jesus, kommt Gott in unsere Welt. In ihm besucht uns das aufgehende Licht aus der Höhe.

Jesus sagt später einmal: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht im Dunkel wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“ So seid auch ihr das Licht der Welt!

In weiterer Folge der Weihnachtserzählungen gehen die Hirten eilends zur Krippe, zum Stall; und dann kommen auch noch die Weisen aus dem Morgenland das Jesuskind besuchen. Gott will auch zu uns kommen.

Gott zu Besuch

Hören wir wieder die frohe Botschaft in Gottesdiensten oder feiern wir Andachten daheim. Lassen wir uns von dem Licht aus der Höhe berühren und geben wir es weiter. Machen wir uns als Christen auf den Weg im alten und im neuen Jahr! Beim Besuch im Gotteshaus und wenn wir jemanden besuchen, besucht werden oder jemand begegnen, kann Gottes Liebe und sein Frieden spürbar werden.

 

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr! Ihre/eure Pfarrerin

 Dagmar Wagner-Rauca

 

Seniorin Dagmar Wagner-Rauca

(Pfarrerin – Evangelische Kirche Unterhaus-Millstätter See)